Die Worte, auf die du klickst. Schreib sie so, dass sie beschreiben, was auf der anderen Seite wartet — «unsere Preisseite», nicht «hier klicken». Das hilft Lesern und jeder Maschine, die deine Seite liest. Wenn andere auf dich verlinken, rechne mit unterschiedlichen Formulierungen.
— Janus, an der Schwelle
Glossar

Ankertext

Ankertext ist die sichtbare, anklickbare Formulierung eines Links (Anchor Text) — der Teil, den ein Leser sieht und bei dem er entscheidet, ob er ihm folgt. In einem Satz wie “Zahnkontrolle in Basel buchen” ist der Ankertext die Wortfolge, die den Link trägt, nicht die dahinter verborgene Adresse.

Er zählt, weil er das Ziel im Voraus beschreibt. Ein Link mit der Beschriftung “Anleitung für Sauerteig-Ansatz” sagt einer Suchmaschine, einem KI-Assistenten und einem Menschen, was auf der anderen Seite zu erwarten ist. Ein Link mit der Beschriftung “hier klicken” sagt allen dreien nichts — und dem Leser, der auf einen Screenreader angewiesen ist, am allerwenigsten.

Maschinen lesen eine Website zum Teil auch über ihre Links. Die Worte, mit denen du von einer Seite auf eine andere verweist, sind einer der Wege, auf denen eine KI erschliesst, worum es beim Ziel geht und wie deine Seiten zueinander stehen. Es ist ein kleines Signal, aber ein wiederholtes: Wenn du mit den Worten unsere Physiotherapie-Leistungen immer wieder aus passenden Zusammenhängen auf deine Leistungsseite zeigst, verstärkt das leise, wofür diese Seite da ist. Vage Formulierungen werfen das Signal weg und überlassen es der Maschine, aus schwächeren Hinweisen zu raten.

Meist geht es aus Gewohnheit schief, nicht aus böser Absicht. Jahrelange Gestaltungskonventionen haben allen beigebracht, hier klicken und mehr lesen zu schreiben, weil das menschliche Auge die Bedeutung aus dem Layout ringsum ergänzt. Der umgekehrte Fehler besteht darin, Links so lange mit Keywords vollzustopfen, bis der Satz unnatürlich klingt — das hilft niemandem und wirkt obendrein manipulativ. Der Mittelweg ist, den Link so zu schreiben, wie du das Ziel jemandem mündlich beschreiben würdest — benenne die Sache, zu der er führt, in einfachen Worten, in einem Satz, der ohnehin schon Sinn ergibt.

All das betrifft den Ankertext, den du steuerst. Der Ankertext, den du nicht steuerst, ist jener, den andere Seiten wählen, wenn sie auf dich verlinken — und genau diese Vielfalt ist der Punkt: Natürliche Verlinkung ergibt eine Mischung aus deinem Firmennamen, deinen Seitentiteln, blossen Adressen und gewöhnlichen Formulierungen. Einheitliche, mit Keywords vollgestopfte Formulierungen, die gleichzeitig von vielen Seiten eintreffen, sind die älteste Signatur gekaufter Links — und eine der einfachsten, die eine Suchmaschine erkennt.