Alternativtext (Alt-Text)
Ein Alternativtext ist eine kurze schriftliche Beschreibung, die zu einem Bild gehört und im Code der Seite steht, statt auf dem Bildschirm zu erscheinen. Eingeführt wurde er, damit Menschen mit Screenreader nicht einfach auf eine Lücke stossen, wo ein Bild ist. Inzwischen erfüllt er eine zweite Aufgabe, für eine zweite Art von Leser: Er ist der einzige Teil eines Bildes, den eine Maschine tatsächlich lesen kann.
Diese zweite Aufgabe zählt vor allem für Betriebe, deren Beleg visuell ist. Das Portfolio fertiger Arbeiten. Die Fotos vom Raum, vom Gericht, von der Restaurierung. Das Vorher und das Nachher. Das Zertifikat an der Wand. Für alles, was deine Website liest, ist jedes davon derzeit eine Leerstelle mit einem Dateinamen daneben. Das überzeugendste Material, das du hast, ist genau das Material, das nie ankommt.
Noch schlimmer wird es überall dort, wo Text in ein Bild eingebacken wurde. Eine Speisekarte als einzelnes Bild gespeichert, eine Preisliste als Grafik exportiert, Öffnungszeiten in ein gestaltetes Banner gesetzt — für eine Maschine ist all das schlicht nicht vorhanden. Die Seite scheint nichts darüber zu sagen, was du verlangst oder wann du offen hast, und kein Alternativtext repariert das ganz, denn ein Satz kann keine Speisekarte tragen.
Es richtig zu machen, ist unspektakulär. Beschreibe in einem schlichten Satz, was jemandem gesagt werden müsste, der das Bild nicht sehen kann, und verwende konkrete Substantive: nicht «unsere Arbeit», sondern «eine neu verfugte viktorianische Backsteinfassade nach der Reinigung». Lass «Bild von» weg — der Leser weiss das bereits. Bei rein dekorativen Bildern lässt du die Beschreibung tatsächlich leer, was eine bewusste Entscheidung ist und kein Versäumnis. Und wo eine Information nur im Bild steckt, schreibe sie zusätzlich als Text auf die Seite.
Die einfache Fassung: Das ist dieselbe Höflichkeit, die in zwei Richtungen wirkt. Aufschreiben, was zu sehen ist, für alle, die es nicht sehen können — ein Mensch mit Screenreader oder eine Maschine, die entscheidet, ob deine Arbeit der Erwähnung wert ist. Ein Satz, einmal geschrieben, dient beiden.