Ein Schlüsselwort ist ein Fragment einer Frage, dem man die Manieren ausgetrieben hat. Sie zählten, weil Suchfelder taub für Sätze waren. Heute zählt, ob deine Seite so spricht wie deine Kunden — ihre Worte, nicht die deiner Branche. Darum ging es immer. Ums Zählen nie.
— Janus, an der Schwelle
Glossar

Schlüsselwort

Ein Schlüsselwort (Keyword) ist das Wort oder die kurze Wortfolge, die jemand in ein Suchfeld tippt. Fünfundzwanzig Jahre lang war es die Grundeinheit des Gefundenwerdens im Netz: Menschen tippten Fragmente, Suchmaschinen glichen diese Fragmente mit Seiten ab, und eine ganze Branche organisierte sich darum, zu erraten, welche Fragmente wichtig sind, und sie gut zu platzieren.

Schlüsselwörter gab es wegen einer Beschränkung. Frühe Suchmaschinen konnten keinen Satz verstehen, also verdichteten Menschen ihre Fragen auf die zwei oder drei Wörter, die am ehesten funktionierten — sanitär zürich notfall — und lernten, eine Liste von Ergebnissen zu lesen, statt eine Antwort zu erwarten. Ein gemeinsamer Behelf, der lange genug hielt, um sich wie die natürliche Ordnung der Dinge anzufühlen.

Die Beschränkung ist weg. Systeme, die Bedeutung lesen, brauchen nicht, dass du das Fragment errätst, und wer einen Assistenten fragt, schreibt ohnehin ganze Fragen. Eine wirklich nützliche Idee überlebt aus der Zeit der Schlüsselwörter: die Übereinstimmung im Wortschatz. Wenn deine Kunden Notfall-Sanitär sagen und deine Website von schnellreagierenden hydraulischen Lösungen spricht, überbrückt kein Verständnis eine so grosse Lücke.

Was nicht überlebt, ist alles, was auf dieser Idee aufgebaut wurde: Dichtevorgaben, Schlüsselwort-Volumen als monatliche Leistung, die Vorstellung, Wörter seien eine Menge, die man verwaltet, statt eine Wahl, die man einmal trifft. Deine Sprache an die Sprache deiner Kunden anzugleichen, ist ein Nachmittag ehrlicher Arbeit. Zwei Jahrzehnte lang wurde daraus ein Abonnement verkauft, und mancherorts ist es das immer noch.

Die menschliche Übersetzung lautet: Verwende die Wörter, die deine Kunden verwenden, denn das sind die Wörter, die sie einer Maschine sagen werden. Dann schreib darüber, was du tatsächlich tust, in gewöhnlichen Sätzen, und hör auf zu zählen.