Referrer
Der Referrer ist eine kleine Notiz, die ein Browser mitschickt, wenn jemand einem Link folgt: Dieser Besucher kam von jener Seite. Es ist unscheinbare Leitungsarbeit, und fast jede Aussage, die irgendein Analytics-Werkzeug darüber macht, woher deine Besucher kommen, stützt sich darauf.
KI-Assistenten haben diese Notiz auf mehrere ganz unterschiedliche Arten gleichzeitig unzuverlässig gemacht. Viele Leute klicken gar nie, also wird nichts gesendet. Assistenten, die in einer Handy-App laufen, geben häufig keinen Referrer weiter, und der Besuch wird verzeichnet, als wäre die Person aus dem Nichts gekommen — abgelegt als Direktzugriff, im selben Topf wie jemand, der deine Adresse aus dem Gedächtnis eintippt. Googles KI-Modus entfernt die Quellinformation absichtlich aus seinen Links.
Das Wort für das, was übrig bleibt, heisst Rätselraten. Wenn ein Besuch ohne Referrer eintrifft, kann kein Werkzeug rekonstruieren, woher er kam, weil die Information nie gesendet wurde. Aus Zeitpunkten und Mustern lassen sich Schätzungen ableiten, und seriöse Dashboards tun das auch — aber eine Schätzung, die als Messung präsentiert wird, bleibt eine Schätzung.
Es lohnt sich, den Mechanismus zu kennen, denn er erklärt eine ganz bestimmte Erfahrung, die derzeit sehr viele Unternehmen machen: Der Direktzugriff steigt ohne ersichtlichen Grund. Dahinter steckt oft KI. Du hast etwas verbessert, Leute finden dich über Antworten, und die einzige sichtbare Spur ist eine Kategorie, die bedeutet: Wir wissen es nicht.
Übersetzt ins Menschliche ist das eine Kundin, die sagt, eine Freundin habe dich empfohlen, sich aber nicht erinnern kann, welche. Die Empfehlung hat stattgefunden. Sie hat gewirkt. Du wirst dich einfach nie bei jemandem dafür bedanken können.